Analkarzinom

Das Analkarzinom ist ein Tumor, üblicherweise bösartig, am Ende des Magen-Darm-Traktes. Damit gefährdet sind vorwiegend Personen, in deren Familien diese Krankheit aufgetreten ist, als auch diejenigen, die Analverkehr ohne Schutz haben.

 

Merkmale des Analkarzinoms

Wie bereits erwähnt, ist das Analkarzinom ein bösartiger Tumor, der sich an den Rändern oder im Kanal des Dickdarms lokalisieren kann. In der polnischen medizinischen Statistik belegt diese Erkrankung in der Rangliste der Krebsfälle bei Frauen den siebten und bei Männern den sechsten Platz. In den meisten Fällen erkranken daran Menschen über 50.

An dieser Stelle muss man betonen, dass das Analkarzinom mit dem Mastdarmkarzinom nicht verwechselt werden darf, denn es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Abschnitte des Verdauungssystems.

 

Was beeinflusst die Entstehung des Analkarzinoms

Es ist noch nicht endgültig erforscht, was die Ursachen für Analkarzinom sind. Man hat jedoch Faktoren identifiziert, die das Risiko des Auftretens erhöhen. Zunächst ist es eine Krankheit, die weitgehend genetisch bedingt ist. Zu den genetischen Erkrankungen, die das Risiko des Analkarzinoms erhöhen, gehören Polyposis familiaris, Lynch-Syndrom und Gardner-Syndrom.

Außerdem wird, wie bereits vorher erwähnt, die Morbidität durch Analverkehr begünstigt, der Infektionen mit dem tumorfördernden HPV (humanes Papillomavirus) ermöglicht.

Zu den Risikofaktoren zählen auch Rauchen, Übergewicht und schlechte Ernährung – viel Fett, Alkohol und rotes Fleisch, wenig Obst und Gemüse.

 

Symptome des Analkarzinoms

Das Analkarzinom verläuft auf der ersten Etappe meistens asymptomatisch. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können folgende Symptome auftreten:

  • Blutung
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Gefühl der unvollständigen Entleerung
  • Bauch- und Dammschmerzen
  • Es kann auch zu Bauchkrämpfen kommen.

Die oben genannten Symptome müssen jedoch keinen Krebs bedeuten, denn mit ähnlichen Symptomen manifestieren sich beschwerliche, jedoch nicht lebensbedrohliche Hämorrhoiden. Allerdings wenn Bauchschmerzen oder veränderter Stuhlgang auftreten, soll man den Arzt konsultieren, denn es kann vorkommen, dass die Hämorrhoiden und das Analkarzinom zusammen erscheinen.

Der Arzt untersucht den Patienten auf das Analkarzinom durch proktologische Untersuchungen, also mit dem Finger. Hat er Veränderungen in Form von Knötchen festgestellt, schickt er den Patienten zu nächsten Untersuchungen wie Rektoskopie sowie Kolonoskopie mit Probeentnahme. Die Probe wird dann einer histopathologischen Untersuchung unterzogen. Als die genaueste Untersuchung gilt allerdings die MRT.

Die häufigsten Metastasen des Analkarzinoms finden sich in den perianalen Lymphknoten. Es gibt auch Fernmetastasen, am häufigsten nach der Leber oder Lunge, aber nur bei 15% der Patienten.

 

Behandlung des Analkarzinoms

Um den Tumor zu entfernen, wird der Anus wegoperiert. In der modernen Medizin werden 3 Arten dieser Behandlung durchgeführt, und zwar eine lokale Exzision, Verbleiben der analen Schließmuskel und abdomino-perineale Resektion, die den künstlichen Darmausgang benötigt. Dieses letztere Verfahren besteht darin, dass ein Darmteil durch die chirurgisch herbeigeführte Öffnung in der Bauchwand für die Ausleitung der Ausscheidungen dient – mit einem Stomabeutel, der auch angelegt wird. Welche Methode von dem Arzt ausgewählt wird, bestimmt die Größe des Tumors, deren Abstand von der analen Kante und die Tiefe der Infiltration.

Den Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit appliziert man durch den chirurgischen Eingriff eine Strahlungstherapie, welche die Zerstörung des Tumorherdes zum Ziel hat. Nach der Operation wird eine Chemotherapie eingeleitet.